
Mitten in der Oberen Gand in Eppan ist ein Ort entstanden, der weit mehr ist als ein klassischer Kiosk. Der Kiosk Gand steht für Gemeinschaft, Begegnung und eine neue Art, öffentlichen Raum gemeinsam zu denken und zu gestalten.
Was heute als moderner Treffpunkt sichtbar ist, begann bereits im Schuljahr 2021/22 mit einer Idee junger Menschen. Schülerinnen und Schüler der Fachoberschule für Bauwesen „Peter Anich“ in Bozen entwickelten gemeinsam mit dem Innovationscluster VIVIUS erste Konzepte für einen neuen sozialen Mittelpunkt in der Oberen Gand. Besonders überzeugte der Entwurf von Lukas und Simon Brunner, der flexible Nutzungsmöglichkeiten und ein offenes Konzept miteinander verband.
Aus der Vision wurde Schritt für Schritt Realität. Nach einer Machbarkeitsstudie durch das Büro Pfeifer Partners und der Finanzierungszusage des Gemeinderats im November 2022 starteten am 3. Juni 2025 schließlich die Bauarbeiten. Nach über zwei Jahren intensiver Planung und enger Zusammenarbeit konnten die Arbeiten im Oktober 2025 erfolgreich abgeschlossen werden.
Das Besondere am Kiosk Gand ist nicht nur die Architektur, sondern vor allem der Prozess dahinter. Von Beginn an wurde das Projekt gemeinsam mit den Menschen vor Ort entwickelt. In Workshops, Gesprächen und Veranstaltungen konnten Bürgerinnen und Bürger ihre Wünsche, Ideen und Bedürfnisse einbringen.
Aus diesem offenen Beteiligungsprozess entstand sogar eine eigene Task Force engagierter Menschen, die das Projekt aktiv mitgestaltete und bis heute begleitet. Der Kiosk Gand ist damit nicht einfach ein Gebäude – sondern das Ergebnis eines gemeinschaftlichen Prozesses.
Martin Haller und Heidi Felderer, Gemeindereferenten in Eppan, beschreiben das Projekt treffend: „Wir wollen einen Ort schaffen, der den Menschen gehört – offen, lebendig und nachhaltig.“
Der Kiosk Gand wurde bewusst multifunktional gedacht. Er dient nicht nur der Nahversorgung, sondern schafft Raum für Begegnung, Austausch und kulturelle Aktivitäten. Kleine Veranstaltungen, gemeinsames Verweilen oder spontane Treffen – all das soll hier möglich sein.
Auch architektonisch setzt das Projekt klare Zeichen. Der Fokus liegt auf Nachhaltigkeit, Regionalität und einer reduzierten, effizienten Bauweise. Holz prägt das gesamte Erscheinungsbild – vom Boden über die Fassaden bis hin zur Terrasse und Umzäunung. Die Holzbauweise ermöglichte eine schnelle Montage, präzise Vorfertigung und kurze Bauzeiten unter Einbindung regionaler Unternehmen.
So verbindet der Kiosk Gand ökologische, wirtschaftliche und soziale Aspekte zu einem Ort mit langfristigem Mehrwert für die Gemeinschaft.
Heute ist der Kiosk Gand ein lebendiger Treffpunkt für die Menschen in der Oberen Gand. Er zeigt, wie öffentliche Räume entstehen können, wenn Beteiligung, Architektur und Gemeinschaft zusammengedacht werden.
Was hier geschaffen wurde, ist nicht nur ein Gebäude, sondern ein Zukunftsbild, das greifbar geworden ist – offen für Begegnungen, neue Ideen und gemeinsames Leben.